BandAssist

Ratgeber

Gain richtig einstellen am Digitalpult

Das Gain ist der wichtigste Regler am Pult – und der am häufigsten falsch eingestellte. Zu wenig rauscht, zu viel verzerrt hart und digital. So findest du die richtige Einstellung.

Was das Gain macht

Das Gain (Vorverstärkung) bringt das schwache Mikrofonsignal auf einen Pegel, mit dem das Pult arbeiten kann. Es sitzt ganz am Anfang des Kanals – vor EQ, Kompressor und Fader. Alles danach baut darauf auf: Ein zu leise eingepegelter Kanal lässt sich mit dem Fader nicht „retten“, er bleibt verrauscht; ein zu heiß eingepegelter verzerrt, egal wo der Fader steht.

Wie viel ist richtig?

Digitale Pulte zeigen den Pegel in dBFS – 0 dBFS ist das Maximum, darüber wird hart abgeschnitten. Anders als bei analogen Pulten gibt es kein „bisschen Übersteuerung, das warm klingt“. Deshalb lässt man Abstand nach oben (Headroom):

  • Die Spitzen bei der lautesten Stelle des lautesten Songs etwa bei −18 bis −12 dBFS
  • Bei sehr dynamischen Quellen (Snare, Kick, kräftiger Gesang) eher etwas mehr Luft lassen
  • Nie dauerhaft in den roten Bereich

Wichtig: Einpegeln, während das Instrument so laut wie im Konzert spielt. Sänger singen beim Soundcheck oft leiser – dann übersteuert der Kanal im ersten Refrain.

Schritt für Schritt

  1. Fader des Kanals unten lassen, Kanal auf Solo oder Pegelanzeige im Blick.
  2. Musiker spielt die lauteste Stelle.
  3. Gain hochdrehen, bis die Spitzen im Zielbereich liegen.
  4. Erst dann den Fader für den Mix benutzen.
Reiter Einpegeln in BandAssist mit Ziel-Spitzenpegel, Messdauer und Durchgängen
Einpegeln in BandAssist: Zielwert, Messdauer, Durchgänge

Preamp-Gain oder Digital-Trim?

Viele Digitalpulte haben zwei Stellen für die Verstärkung: das Preamp-Gain am Eingang (analog) und einen Digital-Trim im Kanal. Normalerweise stellst du das Preamp-Gain ein. Hängen aber mehrere Kanäle an derselben Quelle, oder kommen die Eingänge von einer Stagebox, die sich mehrere Pulte teilen, ist der Trim die sichere Wahl – er verändert nichts am Eingang selbst. Wichtig ist auch: Liegt Kanal 1 nicht auf Eingang 1, gehört das Gain zu einem anderen Eingang als gedacht.

Mit BandAssist einpegeln

Im Reiter Einpegeln wählst du die Kanäle, lässt alle gleichzeitig so laut wie im lautesten Song spielen, und BandAssist stellt das Gain in mehreren Durchgängen auf den Zielwert (Standard: Spitzen bei −12 dBFS). Übersteuerung fängt es sofort ab. Das geht über das Netzwerk – USB-Audio ist dafür nicht nötig. Am X32/M32 und WING kannst du statt des Preamp-Gains den Digital-Trim wählen, am X32 auch die Stagebox an AES50. Nicht möglich ist Einpegeln am Yamaha TF, weil sich das Gain dort nicht fernsteuern lässt.

Ausführlich: Einpegeln in der Bedienungsanleitung.