Ratgeber
Rückkopplungen finden und beseitigen
Kaum etwas stört einen Auftritt so sehr wie ein pfeifendes Mikrofon. Die gute Nachricht: Rückkopplungen sind kein Zufall. Wer weiß, woher sie kommen, kann sie größtenteils vermeiden – und den Rest gezielt absenken.
Woher das Pfeifen kommt
Eine Rückkopplung entsteht, wenn ein Mikrofon den Lautsprecher hört, über den es selbst wiedergegeben wird – und das Signal sich dabei immer weiter aufschaukelt. Meist passiert das bei wenigen, bestimmten Frequenzen, an denen Raum, Lautsprecher und Mikrofon besonders stark zusammenwirken. Am häufigsten betroffen sind Gesangsmikros vor lauten Monitorboxen.
Was zuerst hilft – noch vor dem EQ
- Aufstellung: Hauptlautsprecher vor die Mikrofone, nicht dahinter. Monitore in die „taube“ Richtung des Mikros stellen (bei Nierenmikros direkt von hinten, bei Superniere leicht seitlich).
- Nah ans Mikro: Wer nah singt, braucht weniger Gain – und weniger Gain heißt weniger Rückkopplung.
- Unbenutzte Mikros stummschalten. Jedes offene Mikro erhöht die Gefahr.
- Monitore nicht lauter als nötig – In-Ears lösen das Problem auf der Bühne fast vollständig.
- Low-Cut auf allen Mikros, die keinen Bass brauchen.
Ring-out: kritische Frequenzen vorher absenken
Beim „Einmessen“ oder Ring-out suchst du die Frequenzen, die zuerst pfeifen, und senkst sie schmal ab, bevor das Publikum da ist:
- Alle Mikros an ihren Platz, Monitore aufstellen wie beim Konzert.
- Lautstärke des Monitor- bzw. PA-Wegs langsam erhöhen, bis es zu pfeifen beginnt.
- Die Frequenz bestimmen (mit einem Analyzer) und im EQ dieses Ausgangs schmal um einige dB absenken.
- Weiter hochfahren bis zur nächsten Rückkopplung, wieder absenken.
- Nach 3–4 Absenkungen aufhören – mehr schadet dem Klang mehr, als es bringt.
Abgesenkt wird im EQ des Ausgangs, auf dem es pfeift – Main LR für die PA, der jeweilige Bus für einen Monitor.

Mit BandAssist
Der Rückkopplungs-Jäger hört auf ein Mikro oder ein Messmikro, erkennt Frequenzen, die zu pfeifen beginnen, und senkt sie im EQ des gewählten Ausgangs schmal ab – automatisch oder nur als Anzeige. Er nutzt nur die freigegebenen EQ-Bänder (Standard 4–6), damit die Raumkorrektur ihre Bänder behält. Er funktioniert an X32/M32, X Air und WING; am Soundcraft Ui setzt er das nächstgelegene Band des Grafik-EQs, am Yamaha DM3 nur auf Bussen und Matrizen; am Yamaha TF ist er nicht möglich. Für die Analyse braucht er USB-Audio vom Pult.
Wichtig: Ring-out und automatisches Absenken gehören in den Soundcheck – nicht in die Show.
Ausführlich: Rückkopplungs-Jäger in der Bedienungsanleitung.
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